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Weihnachtsbrief

Liebe Freunde der Marienburg,

Wir befinden uns in einer sehr unruhigen Zeit mit Wertezerfall, Kriegen, Unsicherheiten und Unruhen. Wo wir auch hinblicken gibt es Leid – zerrüttete Familien, psychische Krankheiten, Skandale, Streitigkeiten …

All dies könnte einen aus der Bahn werfen, denn das Gefühl von Sinnlosigkeit, Angst und Ohnmacht könnte einen überwältigen.

Ein französischer Priester, der jahrzehntelang in der Schweiz gewirkt hatte, pflegte in seinen Predigten immer wieder zu sagen: «Wie gut ist doch der liebe Gott!»

Diese Aussage begleitet mich schon sehr lange in meinem Alltag. Ja, der liebe Gott ist unglaublich gut zu uns. Auch wenn er uns manchmal viel zumutet, so sorgt er auch immer dafür, dass wir das uns Zugemutete auch tragen können. Eine Aussage von einer Ordensfrau hat mich ebenfalls bestärkt, trotz allen schwierigen Umständen immer weiterzumachen und auf Gott zu vertrauen; Sie sagte: «Wie sollen wir als Gläubige kein Kreuz tragen, wenn doch unser Herr es uns vorgelebt hat?» Und diese Aussage trägt uns auch in der Marienburg von Tag zu Tag.

Die Marienburg, ein Ort der Tradition, setzt sich für eine traditionell katholische Ausrichtung ein. Neben Exerzitienkursen, Übernachtungsmöglichkeiten für Feriengäste, diversen Weiterbildungs- und Vertiefungsangeboten im katholischen Glauben stehen wir für eine lebendige Gemeinschaft, welche die Schätze der Kirche (Sakramente, Sakramentalien, Gebete usw.) jeden Tag ins Zentrum rückt.

Unser Hauptanliegen ist es, älteren Menschen eine neue Heimat zu bieten, in der sie täglich aus dem übergrossen Schatz der Katholischen Kirche schöpfen können.

Wir beheimaten zurzeit rund 45 Pensionäre und Pensionärinnen, haben aber noch Platz für etwa 20 weitere Gäste.   

 Vom medizinischen Angebot unterscheidet sich unser Haus kaum von einer anerkannten Pflegeeinrichtung; da wir jedoch keine Heimbewilligung haben, werden die Pflegeleistungen rund um die Uhr durch eine Spitexorganisation, welche 24/7 vor Ort anwesend ist, gewährleistet. Doch das Fehlen einer Heimbewilligung hat grosse Kostenfolgen für das Haus: Wir erhalten als nicht anerkannte Pflegeeinrichtung keine öffentlichen Gelder. Daher bleibt es für uns immer schwierig, die Einrichtung kostendeckend zu betreiben. Hinzu kommt, dass viele unserer Pensionäre nicht in der Lage sind, unsere bereits sehr niedrigen Preise zu bezahlen. Wir sind jedoch der Meinung, dass auch Pensionäre, welche weniger bezahlen können, dem Haus durch ihre Gebete, Opfer und Präsenz in der Kapelle grossen Segen zukommen lassen und immer einen Platz bei uns haben sollen; es soll niemandem, der dies sucht, aus finanziellen Gründen verwehrt werden, seinen Lebensabend in einem gut katholischen Umfeld zu verbringen.

Deshalb sind wir auch künftig auf Spenden angewiesen, damit dieses segensreiche Angebot weiterhin möglich ist. Und wie gesagt: «Wie gut ist doch der liebe Gott!» - denn trotz aller Auflagen, finanziellen Herausforderungen usw. lässt der Himmel die Marienburg nicht im Stich. Er lässt uns manchmal etwas zappeln und dann, wenn man meint, es gehe nicht mehr, können wir mit grossem Staunen und Dankbarkeit die Herrlichkeit Gottes in seiner Hilfe und Unterstützung erkennen.

Es hat in der Weltgeschichte schon viele schwierige Zeiten gegeben. Gegen manches konnte man aktiv vorgehen: in Hungersnöten mit Fleiss anpflanzen und sammeln, in Kriegen das Schwert ergreifen usw. Aber in dieser Zeit? – In dieser Zeit gilt es, so glaube ich, mit Blick auf Gott auszuharren und zu vertrauen. Und dies fällt dem Menschen eher schwer, da er sich machtlos fühlt, wenn er nicht aktiv etwas tun kann.

Doch Gott hat die Macht, alles zum Guten zu wenden. Und ein drittes Zitat von einer frommen und gottesfürchtigen Frau möchte ich hinzufügen, welches sie leidgeprüften Personen gesagt hat: «Der Heiland muss dich besonders liebhaben, wenn er bei dir so viele Leiden zulässt.»

Und ich glaube, dass einiges daran wahr sein muss, denn der Herr hat ja selbst gesagt: «Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.»

 

Liebe Freunde, Wohltäter, Suchende, Leidende,

im Namen aller Schwestern vom Kostbaren Blut und der Mitarbeitenden der Marienburg möchte ich Ihnen ein herzliches Vergelts Gott sagen. Ihre Unterstützung durch Spenden und mancherlei Hilfestellungen, aber auch Ihre Gebete tragen wesentlich dazu bei, dass die Marienburg weiterhin ein Ort der Tradition sein kann. In diesem Haus wird so viel gebetet und geopfert – durch Ihre Verbundenheit mit uns sind Sie täglich mit all ihren Leiden, Anliegen und Sorgen miteingeschlossen. Wir gehören zur streitenden Kirche – und da gilt das Gebot der gegenseitigen Hilfe auf dem Schlachtfeld der Welt.

«Wie gut ist doch der liebe Gott!»

«Wie sollen wir als Gläubige kein Kreuz tragen, wenn doch unser Herr es uns vorgelebt hat?»

«Der Heiland muss dich besonders liebhaben, wenn er bei dir so viele Leiden zulässt.»

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen von ganzem Herzen eine besinnliche Adventszeit, ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest und im neuen Jahr viel Vertrauen auf die unsichtbare, aber doch ganz präsente Allmacht Gottes und seine Liebe zu uns Menschen.

In Dankbarkeit und im Gebet mit Ihnen verbunden grüssen wir herzlich

 

 

Andreas Lusser                                                        Sr. M. Seraphia Odermatt

Geschäftsführer                                                       Frau Mutter

 
 
 

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